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Montagesysteme

Solarmodule befestigen: Welche Unterkonstruktion passt auf welches Dach?

Von Hongjian Zhan

Solarmodule befestigen Sie über eine Unterkonstruktion am Dach. Auf dem Steildach verbinden Dachhaken, L-Füße oder Falzklemmen die Unterkonstruktion mit dem Dach, und Montageschienen mit Modulklemmen tragen die Module; auf dem Flachdach hält meist Ballast die Aufständerung. Welche Befestigung passt, entscheidet die Dacheindeckung: auf Ziegeln der Dachhaken unter dem Ziegel, auf Trapezblech die Schraube durch die Hochsicke in die Pfette, auf Stehfalz die Klemme am Falz.

Dieser Leitfaden richtet sich an Installateure und Großhändler, die die Montage einer Photovoltaikanlage auf Wohn- oder Gewerbedächern planen. Er zeigt für jede Dacheindeckung, welches System passt und wie es befestigt wird, wie die Abstände der Befestigungspunkte bemessen werden und welche Schrauben zum Einsatz kommen.

Wie werden Solarmodule befestigt?

Bei der Montage einer PV-Anlage auf dem Steildach besteht die Unterkonstruktion aus drei Ebenen:

  • Dachbefestigung – Dachhaken, L-Fuß oder Falzklemme. Sie verbindet die Unterkonstruktion mit dem Dach und leitet Wind- und Schneelast ab.
  • Montageschienen aus Aluminium, die auf den Dachbefestigungen liegen.
  • Modulklemmen – Mittelklemmen zwischen zwei Modulen, Endklemmen am Ende der Reihe. Sie halten die PV-Module (umgangssprachlich: Solarpanels) auf den Schienen.

Die Schienen der Megawa-Systeme bestehen aus Aluminium der Legierung 6005, die Schrauben aus Edelstahl – SUS304 bei Solaris HOOK und Solaris WAVE, A2 bei Solaris HOOK PRO. Auf dem Flachdach entfällt die Dachbefestigung meist: Eine Aufständerung bringt die Module in Neigung, Betonsteine halten sie als Ballast auf dem Dach.

Welche Befestigung passt zu welchem Dach?

Die Dacheindeckung bestimmt die Befestigung. Die Tabelle zeigt, wie die Megawa-Systeme auf den gängigen Dächern befestigt werden.

DacheindeckungSystemBefestigung am DachAngaben
Ziegeldach (Römer-, S-, Flach-, Falz-, Beton- und Tonziegel)Solaris HOOKDachhaken unter dem Ziegel, in der Dachkonstruktion befestigtHakenabstand nach statischer Berechnung; Verbindungselemente Edelstahl SUS304
Ziegeldach (Tondachziegel, Betondachsteine)Solaris HOOK PROVerstellbarer Dachhaken, mit drei Holzbauschrauben 6,3 × 80 mm am Sparren befestigtIn 3 Richtungen verstellbar; Module im Hochformat; Modulrahmenhöhe 30–35 mm
Trapez- und WellblechSolaris WAVEL-Fuß oder Trapezblech-Klemmensatz; Schraube durch die Hochsicke in die PfetteAbstand meist 1.000–1.200 mm nach Windlast; Schraube M8 × 80 mm, SUS304, mit EPDM-Dichtung (typisch)
Stehfalzdach (Klickfalz, maschinell gefalzt, Rundfalz)Apollo SEAMFalzklemme am aufstehenden FalzKeine Dachdurchdringung
BitumenschindelnSolaris SHINGLEL-Fuß mit Anschlussblech, in der Dachschalung verschraubtAluminium-Anschlussblech mit EPDM-Dichtung
Flachdach (Dachbahn, Beton, Metall)Matrix ECO, Matrix ELITE, Nova TRIPODBallast mit Betonsteinen; ECO und ELITE bei Bedarf auch verankert; TRIPOD auch auf Betonfundament oder mit VerbundankernNeigung: ECO 5–30°, ELITE 5°/10°/15°, TRIPOD 0–45°

Senden Sie uns Dachtyp, Standort und Modulmodell – wir schlagen das passende System vor und bemessen die Befestigung.

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Ziegeldach: Dachhaken

Auf dem Ziegeldach sitzt der Dachhaken unter dem Ziegel und wird in der Dachkonstruktion befestigt. Sein Bügel führt durch die Fuge zwischen den Ziegeln nach außen; dort liegt die Montageschiene auf. Solaris HOOK passt auf die meisten Ziegeldächer von Wohngebäuden – Römer-, S-, Flach-, Falz-, Beton- und Tonziegel. Den Abstand der Dachhaken legt die statische Berechnung für das jeweilige Projekt fest.

Bei Solaris HOOK PRO wird jeder Dachhaken mit drei Holzbauschrauben 6,3 × 80 mm am Sparren befestigt. Der Haken lässt sich in der Höhe, nach vorn und hinten sowie seitlich verstellen. Das System ist für Module im Hochformat ausgelegt und nimmt Modulrahmen mit 30–35 mm Höhe auf.

Solaris HOOK PRO: Der Dachhaken ist unter den angehobenen Tonziegeln am Sparren befestigt.
Solaris HOOK PRO: Der Dachhaken ist unter den angehobenen Tonziegeln am Sparren befestigt.

Trapez- und Wellblech: L-Fuß in die Pfette

Auf Trapez- und Wellblech wird Solaris WAVE mit L-Füßen oder Trapezblech-Klemmensätzen montiert. Die Schraube geht durch die Hochsicke – beim Wellblech durch den Wellenberg – in die Pfette darunter; im Blech allein wird nicht befestigt. Typisch sind Edelstahlschrauben M8 × 80 mm aus SUS304 mit EPDM-Dichtung. Die Befestigungspunkte liegen meist 1.000–1.200 mm auseinander; den genauen Abstand ergibt die Windlastberechnung für den Standort.

Standard ist eine durchgehende Montageschiene. Kurze Schienen kommen an kühleren Standorten mit geringer Windlast in Frage.

Solaris WAVE auf einem Trapezblechdach: Montageschienen und Klemmen auf L-Füßen.
Solaris WAVE auf einem Trapezblechdach: Montageschienen und Klemmen auf L-Füßen.

Stehfalzdach: Klemme am Falz

Auf dem Stehfalzdach greift die Falzklemme von Apollo SEAM am aufstehenden Falz. Gebohrt wird nicht, die Dachhaut bleibt geschlossen. Für die gängigen Falztypen – Klickfalz, maschinell gefalzter Falz, Rundfalz – gibt es Standardkits, für andere Profile Sonderklemmen.

Apollo SEAM: Montageschienen auf Falzklemmen, ohne Bohrung im Stehfalzdach.
Apollo SEAM: Montageschienen auf Falzklemmen, ohne Bohrung im Stehfalzdach.

Bitumenschindeln: L-Fuß mit Anschlussblech

Auf Bitumenschindeln wird Solaris SHINGLE mit L-Füßen befestigt, die in der Dachschalung verschraubt werden. Jede Befestigung ist mit einem Anschlussblech aus Aluminium und einer EPDM-Dichtung eingedichtet, sodass das Wasser über Metall abläuft.

Solaris SHINGLE: L-Fuß mit Aluminium-Anschlussblech auf einem Bitumenschindeldach.
Solaris SHINGLE: L-Fuß mit Aluminium-Anschlussblech auf einem Bitumenschindeldach.

Flachdach: Ballast statt Bohrung

Auf dem Flachdach wird in der Regel nicht gebohrt. Matrix ECO, Matrix ELITE und Nova TRIPOD werden mit Betonsteinen ballastiert. Kann das Dach nicht genug Ballast aufnehmen, lassen sich Matrix ECO und Matrix ELITE auch verankern; Nova TRIPOD kann zusätzlich auf ein Betonfundament gesetzt oder mit Verbundankern befestigt werden. Wie viel Ballast nötig ist und welche Neigung passt, erklärt unser Leitfaden PV-Anlage auf dem Flachdach.

Matrix ECO: ballastierte Flachdachanlage auf einem Gewerbedach.
Matrix ECO: ballastierte Flachdachanlage auf einem Gewerbedach.

Wie oft muss ein PV-Modul befestigt werden?

Hier geht es um zwei verschiedene Abstände.

  • Modulklemmen: Wie viele Klemmen ein Modul braucht und in welchem Bereich des Rahmens sie sitzen dürfen, legt der Modulhersteller in seiner Montageanleitung fest (Klemmbereiche).
  • Befestigungspunkte am Dach: Ihr Abstand entlang der Schiene folgt aus der Wind- und Schneelast am Standort. Auf Trapezblech liegt er mit Solaris WAVE meist bei 1.000–1.200 mm. Bei Dachhaken auf dem Ziegeldach wird er für jedes Projekt berechnet.

An den Rändern und Ecken eines Dachs ist der Windsog am größten. Die statische Berechnung sieht dort in der Regel engere Abstände vor als in der Dachmitte.

Solarmodule kleben oder schrauben?

Megawa bietet keine Klebesysteme an. Alle Systeme werden mechanisch befestigt: geschraubt (Dachhaken, L-Füße), geklemmt (Falzklemmen) oder durch Ballast gehalten. Auch auf den Schienen halten Modulklemmen die Module, nicht Kleber. Mechanische Befestigungen lassen sich prüfen, nachziehen und wieder lösen.

Hochformat oder Querformat?

Beides ist möglich. Solaris HOOK, Solaris WAVE, Apollo SEAM und Solaris SHINGLE nehmen Module im Hoch- und im Querformat auf. Solaris HOOK PRO ist für das Hochformat ausgelegt. Auf dem Flachdach ist Matrix ECO für Module im Querformat gebaut, Nova TRIPOD erlaubt beides.

Wind- und Schneelast: Wie wird die Befestigung bemessen?

Abstand und Anzahl der Befestigungspunkte, die Schienenspannweite und auf dem Flachdach der Ballast ergeben sich aus der Wind- und Schneelast am Standort. Megawa legt die Unterkonstruktion für jedes Projekt nach Eurocode EN 1991 aus. Dafür brauchen wir den Standort, die Gebäudehöhe, den Dachtyp und das Modulmodell. Mehr dazu unter Tragwerksplanung.

Häufige Fragen zur Montage von Solarmodulen

Kann ich Solarmodule alleine montieren?

Dieser Leitfaden richtet sich an Fachbetriebe. Die Arbeit auf dem Dach, das Abdichten der Befestigungen und die Auslegung nach Wind- und Schneelast gehören in die Hände von Installateuren. Megawa liefert Systeme und Auslegung an Installateure und Großhändler.

Welche Schrauben werden für die Montage von PV-Modulen auf dem Dach verwendet?

Schrauben aus Edelstahl. Bei Solaris WAVE sind es typischerweise Schrauben M8 × 80 mm aus SUS304 mit EPDM-Dichtung, bei Solaris HOOK PRO drei Holzbauschrauben 6,3 × 80 mm je Dachhaken am Sparren. Länge und Anzahl richten sich nach der Dachkonstruktion und der statischen Berechnung.

Muss für die Montage ins Dach gebohrt werden?

Auf Trapezblech und Bitumenschindeln ja: Die Schrauben gehen durch die Dachhaut und werden mit EPDM-Dichtung beziehungsweise Anschlussblech abgedichtet. Auf dem Ziegeldach sitzt der Dachhaken unter dem Ziegel. Auf dem Stehfalzdach mit Apollo SEAM und bei ballastierten Flachdachanlagen wird nicht gebohrt.

Wie lange hält die Unterkonstruktion?

Megawa legt die Systeme auf eine Nutzungsdauer von 25–30 Jahren aus und gibt 12 Jahre Garantie.

Welche Angaben braucht ein Angebot?

Dachtyp und Eindeckung, eine bemaßte Dachskizze oder Zeichnung, Standort, Gebäudehöhe, Modulmodell und Zielleistung. Damit schlagen wir ein System vor und bemessen die Befestigung.

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Senden Sie uns Dachtyp, Standort und Modulmodell. Wir empfehlen das passende System, bemessen die Befestigung und schicken Ihnen ein Angebot. Für Großhändler sind Muster und OEM/ODM-Konditionen verfügbar.

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Tags:GuideRacking
Von Hongjian Zhan
Über den AutorHongjian ZhanChefingenieur

Hongjian Zhan ist Chefingenieur des Engineering- und Fertigungsteams hinter den PV-Unterkonstruktionen von Megawa Solar. Seit 2010 arbeitet er als Ingenieur für PV-Montagesysteme. Er konstruiert Unterkonstruktionen für Dächer, Freiflächen und Carports für Projekte von Dachanlagen auf Wohngebäuden bis zu Solarparks in Asien und darüber hinaus. Bei Megawa verantwortet er Produktentwicklung und Tragwerksplanung, von der Lastanalyse und Materialauswahl bis zu Fertigungsprozessen und Qualitätskontrolle. So entspricht das, was die Produktionslinie verlässt, dem, was die statische Berechnung zusagt. Er schreibt für Installateure, EPC-Unternehmen und Großhändler über die Auslegung von Unterkonstruktionen, Lastnormen und Montagepraxis.